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Cafés und Coffeeshops boomen gerade und entstehen an allen Ecken. Das ist gut. Mehr Orte, wo man unser beliebtes, schwarze Gold bekommt, sind immer besser. Wir kennen und lieben aber auch unsere alteingesessenen Wiener Kaffeehäuser. Mit all ihren außergewöhnlichen Eigenheiten und besonderen Gegenständen, die wir hier betrachten möchten. Nicht umsonst wurde die Wiener Kaffeehauskultur 2011 zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe ernannt.
Ein besonderes Paar dieser unverzichtbaren und typischen Gegenstände, sind der Zeitungstisch und der Zeitungsständer. Die Zeitungen, die auf großen Zeitungsständern aus Bugholz aufgespannt waren, waren in der Vergangenheit oft ein wichtiger Grund um den Kaffeehausbesuch von einer schnell getrunkenen Melange auf viele Stunden Zeitungslektüre auszudehnen. Damals konnte man nur in Kaffeehäusern für ein kleines Geld, um dass man den Kaffee bezahlte, in der weiten Nachrichtenwelt schwelgen. 1720 lies das Kaffeeaus Kramer erstmals Zeitungen auflegen und seitdem gehört zum kleinen Braunen auch die Nachrichtenlektüre dazu. Aus diesen Zeitungstischen und der damit verbundenen Informationsmöglichkeit wuchs auch die Basis, warum die Kaffeehäuser Ort des Gedankenaustausches und der Literatur und ein Treffpunkt der Intellektuellen wurden.
Die Einrichtung der Kaffeehäuser hat eine große Bandbreite. Von Plüschig über Rustikal-Gemütlich bis hin zu Kühl & Minimalistisch finden sich für jede Kategorie Beispiele. Vehemente Verfechte der Tische mit Marmorplatten, die tatsächlich in sehr vielen Kaffeehäusern zu finden sind, behaupten das Kaffee nicht auf Plastik- oder Holztischen serviert gehört. Die typische Einrichtung beinhaltet aber oft noch heute einen österreichischen Klassiker. Der Thonet-Sessel in nahezu jedem Kaffeehaus zu finden. Der Stuhl Nr. 14 vom deutsch-österreichischen Tischlermeister Michael Thonet ist das am meisten produzierteste Sitzmöbel der Welt. Außerdem gilt er als das gelungenste Industrieprodukt der Welt, da damit das kostensparende und somit preisgünstige Prinzip “Vor Ort Zusammenbauen” in Kombination mit kleiner, platzsparender Verpackung einführte, das uns jetzt vor allem von Ikea bekannt ist.
Neben diesen Gegenständen gibt es natürlich noch viele weitere, interessante und faszinierende “Klassiker” im Wiener Kaffeehaus. Von den Besonderheiten der Berufung Ober, der Bestellung des gewünschten Kaffees via Farbpalette und weiteren Spezialitäten wird hier in einem späteren Artikel berichtet.