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Die Melange aus Kaffee und Milch ist eine Wiener Erfindung, das Kaffeehaus lieferte neue Variationen und den weltweiten Export. Der Zeitungshalter ist das Relikt einer kostengünstigen Allgemeinbildung und Zugang zur Welt – lange vor Fernsehen und Internet. Am Kaffeehaustisch wurde Literatur, Musik und Politik gemacht, gespielt und gehandelt, als das multifunktionale Möbel noch nicht existierte. Als Ort bietet das Kaffeehaus Reisenden und Getriebenen gleichermaßen ein Zuhause. Ausstattung und Besucher des Kaffeehauses geben Auskunft über lokale Moden und Stile oder mixen diese als globale Trends von morgen.
Unter der Forschungsregie des Architekten und Designers Gregor Eichinger soll Das Große Wiener Kaffeehaus-Experiment neue Ansätze für diesen speziellen Ort Wiener Prägung liefern, die einer sich in Veränderung befindlichen urbanen Lebenskultur Rechnung tragen und zugleich Design in seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Herangehensweise als angewandtes Forschungstool erproben.
Am 4. Oktober startet Phase 2 des Experiments und aus diesem Anlass haben wir Gregor Eichinger zum Interview getroffen.
Herr Eichinger, was wäre Wien ohne seine Kaffeehäuser?
Die Stadt würde zwar ähnlich aussehen, hätte aber nicht diese Aufenthaltsqualität die Wien weltberühmt macht.
Der Grund, warum Sie „Das große Wiener Kaffeehaus-Experiment“ ins Leben gerufen haben? (Warum liegt Ihnen das Wiener Kaffeehaus so am Herzen?)
Da uns der Umgang mit den Qualitäten der Kaffeehäuser langsam verloren geht. Die Hüllen sind noch da, aber wir verlernen sie zu nutzen.
Ihre bisher wichtigste Erkenntnis während des Experiments?
Wir Designer und Architekten können aus diesem komplexen Raum und Dienstleistungsanspruch nach wie vor sehr viel lernen.
Wer oder was inspiriert Sie?
Die Menschen.
Womit assoziieren Sie den Begriff „everyday poetry“?
Direkt mit Kaffeehaus – weil diese Orte die ausreichende Muße zur Verfügung stellen, um „everyday poetry“ entstehen zu lassen und in Ruhe zu reflektieren.
Ihr liebstes Kaffeehaus in Wien? Und in der Welt?
Es gibt viele – für jede Stimmung ein anderes, was die besondere Qualität von Wien darstellt.
Der nächste Termin, den man sich in Bezug auf das Experiment vormerken sollte Den 4. Oktober 2011 abends zur Eröffnung und ab 5.Oktober normaler Betrieb des experimentellen Kaffeehauses.
Vielen Dank für das Interview!
Gregor Eichinger ist Architekt und lebt und arbeitet in Wien.
Die Hüllen sind noch da, aber wir verlernen sie zu nutzen.”
Link
Das große Wiener Kaffeehausexperiment im MAK