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Raphael Dillhof ist der Initiator des Projekts “Kaffeehausgeräusche”. Am Anfang stand die Behauptung, dass jedes Kaffeehaus irgendwie gleich klinge. Diese Theorie musste natürlich überprüft werden und das Ergebnis ist ein Blog mit Kaffeehausgeräuschen aus verschiedensten Wiener Kaffeehäusern. Wir finden, dass Kaffeehausgeräusche auch poetisch sein können und haben Raphael interviewt.
Was fasziniert Dich an Kaffeehausgeräuschen?
Jedes Kaffeehaus klingt anders, aber gleichzeitig klingen sie alle gleich. Selbst ein leeres Kaffeehaus klingt noch nach Kaffeehaus. Da kommt die Frage auf, was die klassische Kaffeehausatmosphäre eigentlich konstruiert – diese Tonaufnahmen sind für mich weit stärker als etwa Fotos. Und dann kommen natürlich auch theoretische Überlegungen ins Spiel: die Anlehnung an Retorten-Atmosphäre wie ein “Fernsehkamin” oder Kaffeehausgeräusche als eine Art „Kartographie“ von Wiens Kaffeehauskultur. Darüber könnte man fast eine Diplomarbeit schreiben. ;)
Hast du schon viel Feedback für Dein Projekt bekommen?
Da ich das Projekt eher als Experiment für mich selbst gestartet habe, kam ich noch nicht wirklich dazu, viel Werbung dafür zu machen, aber ich habe wirklich schon von ein paar Leuten gehört, dass sie sich die Geräusche beim Lernen aufdrehen und sich dann besser konzentrieren können. Ich freue mich jedenfalls wirklich über jedes Interesse an dem Projekt – ich finde da steckt viel drin.
Welches Kaffeehaus ist Dein Lieblingskaffeehaus?
Ich mag die Vielfalt. Der Oberbegriff „Wiener Kaffeehaus“ umspannt ja alles vom opulenten Ringstraßencafé bis zu den eher heruntergekommenen Häusern. Mein Favoriten sind wahrscheinlich das Café Bräunerhof, das Café Rüdigerhof, das Café Jelinek und das Café Westend.
Was sind Deine nächsten Ziele für die Plattform?
Vielleicht geh ich zu Wetten dass…? und erkenne Kaffeehäuser an den Geräuschen. Mal sehen! Bis dahin werde ich aber weiter Aufnahmen sammeln.
Was bedeutet “Everyday Poetry” für Dich?
So wie bei den Hintergrundgeräuschen sind meistens die beiläufigen Sachen die schönsten – es kann ja auch ein nasales „Bitteseeeehr-bittescheeen“ eines grantigen Obers ein durchaus poetisches Moment haben.
Danke für das Interview und noch viel Erfolg für Deine Kaffeehausgeräusche!
Weiterführende Links
Kaffeehausgeräusche-Blog
Kaffehausgeräusche auf Facebook
Selbst ein leeres Kaffeehaus klingt noch nach Kaffeehaus.”