People 21. September 2011

Erst der Spaß, dann das Vergnügen!

Ein Beitrag von Poetry Café

Immer auf der Suche nach inspirierenden Persönlichkeiten, haben wir uns diese Woche mit Dr. Roman F. Szeliga getroffen. Der kreative Tausendsassa passt in keine Schublade. Außerdem meint er, dass es da drinnen viel zu eng ist. Eigentlich Facharzt für Innere Medizin, begeistert er mit seinen Ideen seit vielen Jahren Menschen im Infotainmentbereich. Seine Kernkompetenz: Humor im Business, Kreativität, Kommunikation.

Wie ist es passiert, dass Sie vom Facharzt für Innere Medizin zum gefragten Redner, Buchautor und Agenturchef “mutiert” sind?
Ich war und bin mit Leidenschaft, Leib und Seele Arzt. In den letzten 10 Jahren mehr mit Seele als mit Leib, da ich jetzt nicht mehr praktiziere. Mutiert? Ja, vielelicht war es auch ein GENdeffekt , dass ich irgendwann einmal wegGE(h)N musste! :-)

Ich war lange in einem großen Krankenhaus in Wien als Internist tätig, hatte einen angenehmen, kompetenten Chef und nette Kollegen und der Karriereweg war in groben Zügen vorgezeichnet. Dennoch gab es da etwas, dass mein Arztsein trübte: das aktuelle Gesundheitssystem, in dem wir Ärzte alle arbeiten.
Es läuft alles zielstrebig in die Richtung Dokumentation, Kontrolle, Absicherung, Distanz, Einsparungen und vor allem in die psychische und physische Überlastung der Systemerhalter, die Ärzte, Schwestern, Therapeuten. Noch nie gab es so viele Burn-Out Fälle im Bereich des medizinischen Personals. Bei einer groß angelegten Umfrage bekräftigten 70% der Allgemeinmediziner, dass sie nicht noch einmal diesen (schönen) Beruf aufgrund obig genannter Veränderungen ergreifen würden.

Der Hauptgrund – neben einem guten Jobangebot aus der Wirtschaft war sicherlich die Tatsache, dass die Freundlichkeit, das Lachen, die Herzlichkeit und die so wichtige Nähe zunehmend verloren gegangen sind. Eben die menschliche Kommunikation mit den Patienten. Wenn dafür keine Zeit mehr bleibt, dann läuft etwas schief.

Und ich sage Ihnen, ich habe meine Entscheidung keinen Tag bereut. Meine Tätigkeit im Kommunikations -und Evenbtbereich  ist Leidenschaft und Berufung zu gleich. Menschen mit positiven Ideen, Strategien und Gedanken zu motivieren und zu begeistern, – also, ich kann mir nichts Besseres vorstellen.  Allen Ernstes! :-)

Sie haben die CliniClowns mitbegründet – was ist Ihnen daran besonders wichtig?
Ein Clown im Krankenaus ist ein Zauberwesen, das über Leid, Schmerz und Trauer steht. Er ist ein Spaßmacher des Herzens, ein Traumtänzer des Humors, ein Therapeut, der Lachen und gute Stimmung verordnen darf, gerade bei den Menschen, die es am dringendsten brauchen. Denn Lachen kann alles: anstecken, aufrühren, ablenken. Man lacht an, aus und über, einander zu und sich kaputt. Lachen kann helfen und heilen. Lachen tröstet und Lachen triumphiert – auch in den schwersten Stunden des Lebens.

Ich sehe das Besondere vor allem in der Tatsache, dass von der sensiblen, humorvollen, spielerischen Interaktion und oft nur der bloßen Anwesenheit der Clowns alle profitieren, die direkt oder indirekt in ihrer Lebenssituation mit Schmerz, Leid und Krankheit konfrontiert sind. Es sind jene Augenblicke, die Mut geben, den Kampf gegen das Schicksal wieder aufzunehmen, um neue Kraft zu schöpfen oder auch, um ein wenig Abstand zu Unabänderbarem zu gewinnen. Wenn es die CliniClowns nicht gäbe, müsste man sie erfinden! :-)

Was passiert, wenn man ihr Buch liest?
Mit Sicherheit wird es passieren, dass die Leser ihren Job mit anderen (lachenden) Augen sehen. Es wird passieren, dass sie dieses Buch mutig macht, Humor den wichtigen Platz im Business zu geben, den er verdient hat. Es soll Inspiration geben, das eigene Gute Laune-Potential zu entdecken oder es weiter zu entwickeln. Man findet darin viele lustige Beispiele wie große und kleine Firmen Humor in Ihre Firmenkultur integriert haben, was Lachen und gute Stimmung in und mit unserem Körper macht und dazu viele ergänzende Anekdoten, Ideen, Stories und (H)aHA Erlebnisse mit Schmunzelfaktor.

Erst der Spaß, dann das Vergnügen

Der extravagante britische Ökonom David B. Sanders sagt dazu: “Ein Unternehmen dass die interne Humorkultur fördert, in dem Mitarbeiter miteinander viel Spaß haben, ihre kleinen und großen Erfolge feiern dürfen und sich wohl fühlen, besitzt eine unversiegbare Quelle an Kreativität und Profitabilität. „Let your staff have fun – and watch your organisation rise“

Mein größter Wunsch ist daher: Probieren Sie das eine oder andere aus, treten Sie aus der von Distanz geprägten Business-Komfortzone und schenken Sie motivierenden Humor, eine gewinnbringende Leichtigkeit und das so wichtige herzliche Lächeln weiter. Zumindest dem Menschen, der Ihnen am nächsten steht – sich selbst.

Wo finden Sie Inspiration?
Im tägliche Leben, im Kontakt mit anderen Menschen, durch die entwaffnende Ehrlichkeit und offene Art von Kindern. Inspirierend und auch Vorbilder sind diejenigen, die mutig genug sind, Ihren Status, Ihre Führungsposition oder Ihre Hierarchieebene zu verlassen, um mehr Menschlichkeit und Nähe in die tägliche Kommunikation zu bringen.

Und was bringt Sie persönlich zum Lachen?
Die Situation des Augenblicks und hier vor allem Hoppalas, die mir selbst passieren, mutige, freche, intelligente Menschen und  kreative tiefsinnige Wortspiele mit satirischen Zügen, sofern sie keine Verspätung haben ;-)

Es gibt immer eine Gelegenheit für gute Laune!

Vielen Dank für das Interview!

Links
Website Dr. Roman F. Szeliga
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