Literatur, Urban Art 6. Juli 2011

Begeisterung, Herz & Adrenalin

Ein Beitrag von Poetry Café

Poetryslam ist Begeisterung, ist Herz, ist Adrenalin pur, ist der 100 Meter Sprint der Literatur, sagt Elwood Loud, Poetryslammer. Seit nun mehr als 10 Jahren etabliert sich im deutschsprachigen Raum nach und nach eine neue Form des literarischen Vortragens: zu Deutsch „Dichterschlacht“ oder „Dichterwettstreit“ genannt- Poetryslam eben. Ursprünglich Mitte der 80iger Jahre in Chicago entstanden infiltrierte der Trend vom publikumsnahen Vortragen selbstgeschriebener Texte spätestens zur Jahrtausendwende auch die heimische Dichterszene. Wir haben einen näheren Blick auf die österreichische Poetry Slammer-Szene geworfen und wollen auch in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder über Poetry Slams und Mitglieder der österreichischen Szene berichten!

Die österreichischen Plattformen für slammende Poeten und Poetinnen textstrom.at und poetryslam.at informieren laufend über anstehende lokale Events, regionale und überregionale Slam- Cups sowie etablierte Künstler und Künstlerinnen der Szene. Markus Köhle und Mieze Medusa, zwei der zentralen Organisatoren des Poetryslams in Wien bzw. Österreich, bieten zu besagtem Thema sogar Workshops in Schulen, Jugendzentren oder im Rahmen von Festivals an. Denn nicht nur bühnenerprobte Autorinnen und Autoren sind bei den regelmäßig stattfindenden Slams herzlich willkommen, sondern auch unerfahrene, mutige NachwuchskünstlerInnen.

In Wien wurde beispielsweise das Rhiz am Gürtelbogen zur Austragungsstätte der monatlichen dichterischen Wettbewerbe, die stets für gute Stimmung im zahlreich erschienen Publikum sorgen, auserkoren. Von szenetreuen GastmoderatorInnen, wie zum Beispiel Autor, Fotograf, Regisseur und Freidenker Christian Schreibmüller, bis hin zu blutigen AnfängerInnen- sie alle liefern sich ein literarisches Match, das in dieser Form seinesgleichen sucht. Die Regeln sind eindeutig: dichterisch produktiv werden, ins Rhiz kommen, anmelden und slammen was das Zeug hält. Dabei darf ein zeitliches Maximum nicht überschritten und Requisiten, Hilfsmittel oder sonstige Gimmicks nicht verwendet werden. Was zählt sind Wort und Performance. Bewertet werden die Teilnehmer durch eine vorab zufällig ausgewählte, kollektive Jury, die den PoetInnen durch Punktevergabe Feedback zu ihren Texten zukommen lässt.
Wer also nun sein literarisches Können unter Beweis stellen oder einfach nur kreativen Köpfen beim Dichten lauschen möchte, der ist beim Poetryslam genau richtig.

Nähere Infos zum Thema gibt’s auf textstrom.at und poetryslam.at.

Der springende Punkt sind nicht die Punkte, sondern die Poesie. Allan Wolf, Poetryslammer

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