People, Urban Art 25. Januar 2012

Stencilkünstler: jana & js

Ein Beitrag von Poetry Café

Wir haben die farbenfrohen Stencil-Werke von jana & js 2010, dem austro-französischen Künstler-Ehepaar, in Paris entdeckt und sind kürzlich wieder über sie “gestolpert”. Inspiriert von der Stadt und deren Architektur im Wandel der Zeit, sowie von den Bewohnern und den Betrachtern, sprühen jana & js urbane Landschaften, Details von Architekturen und Portraits (oft fotografierende Personen) mit einem Spiel von Reflexionen und Transparenzen. Anlässlich ihres Wien-Besuchs führten wir ein Interview mit ihnen und haben über ihren eigenen Stil, die Leidenschaft zur Fotografie und den Dialog des Werkes mit dem Umfeld diskutiert. Und natürlich darüber, warum die Geschichte hinter dem Bild so wichtig für die beiden ist.

Seit wann arbeitet ihr zusammen?
Wir haben uns 2004 in Madrid kennengelernt und dort auch die Technik der Stencils entdeckt. Danach hat jeder für sich seinen eigenen Stil weiterentwickelt. Damals begannen wir gelegentlich gemeinsame Stencils zu sprühen. 2006 gingen wir nach Paris und arbeiten seitdem unter dem Namen “jana & js”.

jana & js im Jänner 2012 in Wien (gleich neben der Galerie Westlicht, Westbahnstraße 42)

Habt ihr immer schon mit Stencils gearbeitet oder habt ihr euch dahin entwickelt?
Gemeinsam haben wir schon immer mit Stencils gearbeitet. Im engen Zusammenhang steht die Fotografie, die ja eigentlich auch Basis für unsere Stencil-Arbeiten ist. Das Fotografieren ist nach wie vor auch eine große Leidenschaft von uns. Seit längerem arbeiten und experimentieren wir auch mit der Siebdrucktechnik.

Wie geht ihr vor, wenn ihr ein neues Werk kreiert?
Das hängt immer von dem jeweiligen Projekt ab. Manchmal entdecken wir einen Ort oder eine Mauer und haben sofort eine Idee mit dem dazu passenden Bild und manchmal ist es genau umgekehrt, da haben wir das fertige Bild und suchen einen passenden Platz dafür. Es ist uns wichtig, dass unsere Arbeiten in einen Dialog mit dem Umfeld treten und eine Interaktion zwischen unserem Werk und den Menschen entsteht. Wir haben das Glück zu zweit zu arbeiten. Wenn wir also ein neues Werk kreieren, dann hat zunächst einer von uns eine Idee im Kopf. Der Andere nimmt diese Idee auf und verbindet sie mit seiner. Dabei ergeben sich oft neue Impulse und Schritt für Schritt wächst das Werk bis wir beide zufrieden sind.

Warum sieht man bei euren Bilder so oft Kameras als Motiv?
Die Fotografie ist eine große Leidenschaft von uns beiden. Bevor wir angefangen haben mit Stencils zu arbeiten, haben wir schon viel fotografiert. Wir besitzen eine große Sammlung von alten Fotoapparaten. Als wir anfingen Stencils zu schneiden kam uns gleich die Idee etwas in Verbindung mit der Fotografie zu machen. Wir haben bemerkt, dass das Darstellen von Menschen mit Fotoapparaten oft lustige Situationen auslöst, besonders wenn die Passanten anfangen unsere gesprühten Fotografen zu fotografieren. Das gefällt uns!

jana & j's: fontenay sous bois, france, artcité, 2009

Eure Lieblings-Werke?
Uns gefällt besonders gut das Werk “jana am fenster”, der „Fotograf in Shanghai“, und die zwei großen Fotografen in Paris. Für uns ist nicht immer nur das Bild das wir darstellen wichtig, sondern auch die ganze Geschichte und die Erinnerungen dahinter, zB wie wir die Mauer oder den Ort gefunden haben, unter welchen Umständen wir gesprüht haben, welche Leute wir währenddessen kennengelernt haben…

jana & js: Fotograf in Shanghai

jana & j's: Street-Art 13, Paris, France 2011

Wovon oder von wem lasst ihr euch inspirieren? Wie kommt ihr auf neue Ideen?
Wir lassen uns hauptsächlich von den verschiedenen Städten und Ländern in denen wir gelebt haben, die wir durchqueren oder besuchen und den Menschen die dort leben inspirieren. Uns begeistern die unterschiedlichen Architekturen, besonders die Häuserkomplexe, welche wir oft in den östlichen Ländern und in China gesehen haben. Wir finden unsere Inspirationen aber auch in den Veränderungen einer Stadt, wie z.B. in den Abrisshäuser oder den Neubauten, also der Konstruktion und Destruktion.

Eure nächste Ausstellung in Österreich?
Wir haben im Moment noch keine Ausstellung in Österreich geplant, aber wir arbeiten weiterhin mit der Galerie Inoperable in Wien zusammen. Ende Jänner (25. und 26.1., Anm. d. Red.) werden wir eine Wand in Wien (7.Bezirk, Westbahnstraße) sprühen.

Für uns ist nicht immer nur das Bild das wir darstellen wichtig, sondern auch die ganze Geschichte und die Erinnerungen dahinter

Vielen Dank für das Interview!

Links
Website jana & js
Galerie Inoperable

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Ihr Kommentar hat die maximale Länge erreicht!

 
Michaela Scherrer schrieb am 1. Feb 2012 um 12:47
"super!":

die Beiden sprühen echt super Bilder.Wien sollte viel offener für diese Kunst sein-sie verschönert das Erscheinungsbild der Stadt. ich würde mich über eine Ausstellung von den Beiden freuen…………

 
Tina Frei schrieb am 3. Feb 2012 um 11:42
"schon entdeckt?":

Wow!!! Haben wir die Wand in Wien schon entdeckt? Gibt es Fotos? Die Bilder sind wirklich genial.

     
    Poetry Café schrieb am 6. Feb 2012 um 12:02
    "":

    Ja! Gleich das 1. Foto oben im Artikel ist die “Wiener Wand” – Location: Westbahnstraße 42, gleich neben der Galerie …